Blumen“zwiebeln“ gibt es in drei verschiedenen Formen: Als Zwiebel, Knolle und Wurzelstock.

Viele von uns würden sich darüber wundern, wenn sie wüssten, dass das was gemeinhin als Zwiebel bekannt, ist gar keine richtige Zwiebel ist.

Heißt das etwa, dass viele Leute einfach tatsächlich gar keine Ahnung haben, worüber sie reden? Nunja, obwohl man botanisch gesehen nicht immer von einer Zwiebel spricht, wird das Wort gemeinhin als Oberbegriff für Blumenzwiebeln akzeptiert. (Zwiebelgewächse sind die einkeimblättrigen, die fleischige, unterirdische Nährstoffdepots ausbilden und jeweils eine Wachstums- und eine Ruheperiode im Jahr haben)

Es ist also nicht weiter schlimm, dass wir einfach nur über Zwiebeln sprechen, wenn wir eigentlich Wurzelstöcke oder Knollen meinen. Wir von Bulbs & beyond sind froh, dass es diese botanische Vereinfachung gibt, denn es macht unser Leben ein Stück einfacher.

Nachstehend beschreiben wir Ihnen kurz die wesentlichen Unterschiede der einzelnen Zwiebelformen:

 

„Echte Zwiebeln“

Eine echte Zwiebel ist eine komplette „Mini-Pflanze“ (obwohl man ja eigentlich nicht meinen sollte, dass die Riesenzwiebel der Amaryllis / Hippeastrum wirklich „Mini“ ist).

Eine echte Zwiebel ist aufgebaut aus fleischigen Schuppen oder Schichten, mit einer embryonalen Pflanze im Zentrum, umhüllt von noch nicht entwickelten Blättern. Die Schuppen oder Schichten sind im Prinzip umstrukturierte Blätter, die zur Speicherung von  Nährstoffen dienen. In der Ruhephase und in frühen Wachstumsphasen wirken diese unterstützend. Von Schuppen spricht man, wenn die blattartigen Teile der Zwiebel sie nur teilweise umschließen, etwa wie bei Lilien und Fritillarien. Schichten nennt man die blattartigen Teile der Pflanze, wenn sie die Zwiebel komplett umschließen, wie etwa bei der Tulpe oder der Zierlauch. Zwiebeln haben eine flache Unterseite, die auch basale Platte oder Zwiebelboden genannt wird. Diese basale Platte ist die Stelle an der die Schuppen oder Schichten zusammengehalten werden und die Zwiebel wurzelt. Echte Zwiebeln reproduzieren sich, indem sie aus ihren „Achseln“, die zur basalen Platte gehören, neue Zwiebelknospen bilden (kleine Zwiebeln).

Mehrjährige Blumenzwiebeln produzieren jedes Jahr von innen heraus neue Schuppen/Schichten, die dann die äußeren Lagen ersetzen, sobald diese „aufgebraucht“ sind. Diese trocknen dann ein und legen sich somit wie eine Schutzschicht über die Zwiebel. 

Die meisten echten Zwiebeln haben also eine papierartige Außenhaut. Diese Haut hilft der Zwiebel sich gegen Austrocknung, Beschädigungen und sonstige äußerliche Einflüsse zu schützen. Einige Zwiebeln wie etwa die Fritillaria (Kaiserkrone) oder die Lilie verfügen leider nicht über so eine schützende Haut und sind demzufolge auch viel empfindlicher für Beschädigungen und Austrocknung.

Beispiele für echte Zwiebeln sind: Tulpen, Hyazinthen, Narzissen, Muscari, Allium (Zierlauch - wie auch Hauszwiebel), Lilien und Kaiserkronen.

 

Knollen

Einige Knollen ähneln den Zwiebeln schon sehr, der Aufbau aber ist jedoch grundverschieden. Andere Knollen wiederum sehen den Zwiebeln in keinster Weise ähnlich. Knollen werden deshalb in drei Gruppen unterteilt: Stängelknollen, dicotyle Knollen und Wurzelknollen.

Stängelknollen

Eine Stängelknolle ist ein unterirdisch gelegener, verdickter Wurzelfortsatz, der als Nährstoffspeicher für die Ruhephase der Pflanze dient. Stängelknollen haben an der Oberseite einen oder mehrere Wachstumspunkte, woraus sich nach der Ruhephase die Pflanze bildet. An der Unterseite haben auch sie eine basale Platte, aus der die Wurzeln wachsen. Am Ende der Wachstumsperiode, ist die Nährstoffreserve aufgebraucht und die ursprüngliche Knolle stirbt ab. An der ursprünglichen Knolle bilden sich dann auch eine oder mehrere  neue kleine Knollen.

Die meisten Stängelknollen bilden aus den Blattresten der Vorjahrespflanze eine schützende Haut aus. Die neue Knolle enthält hieraus die Nährstoffe für ihre Verdickungen und kann dadurch auch nach der Ruheperiode wieder anfangen zu wachsen.

Beispiele für Stengelknollen sind Krokusse, Gladiolen, Crocosmien, Ixien und Freesien

Dicotyle Knollen

Eine dicotyle Knolle ist ein unterirdisch verdickter Stängel, der nicht nur Nährstoffe speichert, sondern auch Energie für die nächste Vegetationsphase. Im Englischen gibt es ein entsprechendes Wort dafür, den „tuber“, im Deutschen verwenden wir dieses Wort jedoch nicht. Der wohl bekannteste Vertreter der Gruppe der dicotylen Knollen ist die Kartoffel.

Knollen haben weder eine beschützende Außenschicht, noch haben sie eine basale Platte. Dicotyle Knollen haben im Allgemeinen auch keine bestimmten Wachstumspunkte, Augen oder Knospen genannt. Einige Knollen haben ihre „Augen“ an der Oberseite, aber meistens können die Knollen an allen möglichen Seiten anfangen zu wachsen. Es ist also ziemlich schwierig herauszufinden, welches jetzt bei dieser Knolle die Ober- und welches die Unterseite ist. Wenn Sie beim Pflanzen nicht sicher sein sollten, was denn jetzt die Ober- und was die Unterseite ist, sind Sie auf der sicheren Seite, wenn Sie die Knolle einfach seitlings pflanzen.

Dicotyle Knollen haben keine besondere innere Struktur wie eine echte Zwiebel, außerdem produzieren sie auch keine Ableger. Die meisten Knollen haben Angewohnheit, jedes Jahr größer zu werden um auch mehr Wachstumsknospen bilden zu können. Allerdings gibt es auch Sorten, die jedes Jahr kleiner werden.

Beispiele für dicotyle Knollen sind zum Beispiel Begonien und Anemonen.

Wurzelknollen

Wurzelknollen sind verdickte Wurzeln, die einen Vorrat an Nährstoffen beherbergen. Die Knollen hängen meistens als ganzes Bündel unter der Krone (Boden des Stängels). Der Stängel hat immer auch ein sog. Auge, aus dem die Pflanze weiter wächst. Oftmals gibt es mehrere solcher Augen. Die stärkehaltigen Wurzeln absorbieren Wasser und Nährstoffe aus dem Boden.

Ein Stück Wurzel allein kann (leider) nicht zu einer Pflanze heranwachsen. Die Fortpflanzung der Wurzelknollen erfolgt durch Teilung der Wurzeln, jedoch müssen sie alle mindestens ein Wachstumsauge besitzen. 

Beispiele für Wurzelknollen sind Dahlien und Ranunkeln.

 

Wurzelstöcke (Rhizome)

Ein Wurzelstock oder auch Rhizom ist eine verdickte, unterirdisch verlaufende Wurzel, die Nährstoffe für die Pflanzen enthält. Wurzelstöcke unterscheiden sich von herkömmlichen Blumenzwiebeln, indem sie nicht wie die Zwiebeln in die Höhe wachsen, sondern horizontal wachsen. Die Wurzeln verlaufen vollkommen oder zumindest größtenteils waagerecht durch den Boden und sind mit schuppenförmigen Blättern bedeckt.

Der bedeutendste Punkt, der Wachstumspunkt, befindet sich bei den Wurzelstöcken am äußersten Ende des Wurzelstocks. Die Wurzelstöcke verzweigen sich häufig und somit bekommt jeder einzelne Abschnitt seinen eigenen Wachstumspunkt. Die eigentlichen Wurzeln bilden die Wurzelstöcke an der Unterseite der horizontalen Stängel.

Die Wurzelstöcke und Rhizome vermehrt man ganz einfach durch Teilung. Jedes geteilte Stück bildet dann eine neue Pflanze. Wichtig dabei ist nur, dass das abgeteilte Stück ein Wachtumsauge hat.

Beispiele für Wurzelstöcke und Rhizome sind Convallaria majalis (Maiglöckchen) Canna und Zantedeschia (Calla).

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